Stellungnahme zur Stadtparkpflege Artmann kritisiert „bedenklichen Zustand der Staudenbeete“

Zum Artikel „Stauden verstecken sich unter Brennnesseln“ vom 31. Juli nimmt der Fraktionsvorsitzende der FWG Ahlen, Heinrich Artmann, Stellung. Er bezieht sich in einem offenen Brief an den Bürgermeister und die Ahlener Umweltbetriebe auf den „bedenklichen Zustand der Staudenbeete im Stadtpark“, die als Folge des Klimawandels und zugleich Ausdruck einer Klimafolgenanpassung beschrieben werde. „Darüber hinaus wird auf den ökologischen Nutzen von Brennnesseln und Disteln hingewiesen“, so Heinrich Artmann, der konstatiert: „Diese Darstellung überzeugt mich nicht.“

Der Stadtpark sei mit erheblichem finanziellem Aufwand neu gestaltet worden. Die Staudenbeete seien ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts. „Heute sind sie an vielen Stellen nahezu vollständig von Brennnesseln und Disteln überwuchert. Von der ursprünglich geplanten Gestaltung ist teilweise kaum noch etwas zu erkennen.“

Mit der Ankündigung, Brennnesseln und Disteln zurückzuschneiden, dürfte das eigentliche Problem jedoch nicht gelöst werden: „Brennnesseln breiten sich über ihr Wurzelsystem weiter aus und verdrängen nach und nach die ursprünglich angelegten Stauden.“

Den eingetretenen Zustand nun überwiegend als Gewinn für die Natur oder als Ausdruck einer Klimafolgenanpassung darzustellen, halte er für den falschen Ansatz. „Naturschutz und Biodiversität sind wichtige Ziele. Sie dürfen jedoch nicht dazu führen, dass eine mit erheblichen öffentlichen Mitteln geschaffene Parkanlage schrittweise ihren ursprünglichen Charakter verliert und letztlich verkommt“, so Heinrich Artmann weiter: „Ich kann nicht nachvollziehen, dass ein derart hochwertig und kostenintensiv gestalteter Stadtpark bereits nach wenigen Jahren einen solchen Zustand aufweist.“

Er bitte die Verwaltung daher um Mitteilung, „mit welchem Konzept die Stadt sicherstellen will, dass der mit erheblichem Aufwand geschaffene Stadtpark dauerhaft in seiner ursprünglich vorgesehenen Gestaltung erhalten bleibt und nicht weiter an Qualität und Wert verliert“.

"AgriPhotovoltaikanlage Ahlen West“

Bernd Avermiddig hat unsere Ablehnung erklärt, und hat sich der Stellungnahme des Bauerschaftsbeirates im Wesentlich angeschlossen. Er hat auf ungenutzte Potentiale für PV-Energie insbesondere auf Dachflächen und eine mögliche Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen Flächen durch die Eingrenzung der Kulturen hingewiesen. Wir stehen dem Vorhaben nicht grundsätzlich entgegen. Es gelte, das Landschaftsbild und die landwirtschaftliche Nutzung dauerhaft zu erhalten und regionale Akteure in Prozess und Entwicklung einzubinden. Der Schutz landwirtschaftlicher Flächen,  sowie eine stärkere regionale Wertschöpfung durch die Einbindung lokaler Akteure seien auch zur Akzeptanzförderung maßgeblich.

Baukulturelle Fachberatung ab 2027 für die Stadt Ahlen bei Bauprojekten und Konzeptvergaben für städtische Grundstücke

Ich werde dieser Vorlage nicht zustimmen. Der Gestaltungsbeirat hat sich über viele Jahre bewährt. Mit erfahrenen Architekten erhalten wir eine unabhängige und fachlich hochwertige Beratung, von der Politik, Verwaltung und Bauherren gleichermaßen profitieren. Eine nennenswerte Kostenersparnis erkenne ich nicht. Die Honorare des Gestaltungsbeirats sind im Vergleich zum gesamten Personal- und Verwaltungsaufwand in diesem Bereich von untergeordneter Bedeutung. An der Qualität unserer Stadtentwicklung sollte nicht wegen eines vergleichsweise geringen Betrags gespart werden.

Wenn wir etwas ändern wollen, dann an anderer Stelle: Ich halte die Mitwirkung der Politik im Gestaltungsbeirat für entbehrlich. Die fachliche Beratung sollte ausschließlich durch die unabhängigen Experten erfolgen. Die Empfehlungen werden anschließend dem Stadtplanungs- und Bauausschuss vorgestellt, und dort trifft die Politik ihre Entscheidungen. Das sorgt für eine klare Trennung zwischen fachlicher Beratung und politischer Entscheidung und beschleunigt zugleich das Verfahren. Deshalb rege ich an, die politischen Vertreter künftig nicht mehr dem Gestaltungsbeirat angehören zu lassen.

Beratungsleistung für das Bürgerforum

Ö34 VO/2366/2026 Mitteilungsvorlage öffentlich
Beratungsleistung für das Bürgerforum
Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren,
die FWG Ahlen hat dieses Projekt von Anfang an kritisch gesehen. Wir halten das Bürgerforum in seiner Dimensionierung weiterhin für überzogen und haben deshalb einen tragfähigen Businessplan gefordert. Leider wurden wir mit dieser Forderung allein gelassen. Bis heute liegt ein solcher Businessplan nicht vor.
Nun sollen für weitere zwei Jahre zusätzliche Beratungsleistungen im Umfang von rund 155.000 bis über 200.000 Euro eingekauft werden.
Wir fragen uns: Wofür haben wir Projektsteuerer, Architekten und Fachplaner? Selbstverständlich werden für Bereiche wie eine gewerbliche Küche, die Bühnen- oder Veranstaltungstechnik spezialisierte Fachplaner benötigt. Das stellt niemand infrage. Aber diese Fachplaner entwickeln nicht die Anforderungen an das Bürgerforum, sondern setzen sie fachlich um. Die Geschäftsführung der Stadthalle muss doch selbst am besten wissen, welche Anforderungen sie an den späteren Betrieb hat. Diese werden anschließend mit den Fachplanern abgestimmt, geplant und ausgeschrieben. Warum braucht es dafür jetzt noch einen zusätzlichen Berater? Das erschließt sich uns nicht.
Noch kritischer sehen wir, dass bis heute offenbar nicht abschließend geklärt ist, in welcher Organisationsform die Stadthalle künftig betrieben werden soll. Dabei kann es bei einem Projekt dieser Größenordnung um mehrere Millionen Euro an Vorsteuer gehen.
Für mich ist unverständlich, dass diese grundlegenden Fragen nicht vor Baubeginn verbindlich geklärt und mit dem Finanzamt abgestimmt wurden. Ebenso unverständlich ist, dass der Aufsichtsrat diese Punkte offenbar nicht mit dem erforderlichen Nachdruck eingefordert hat.
Herr Bürgermeister, wer entscheidet denn über die Beauftragung für die vorgestellten Beratungsleistungen?)

Handlungsleitlinien für die Anwendung des Bauturbos

VO/2148/2026-1 Beschlussvorlage öffentlich
Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung - Handlungsleitlinien für die Anwendung des Bauturbos

Wir können der Vorlage im Wesentlichen zustimmen. Bei der Hinterlandbebauung sehen wir jedoch erheblichen Änderungsbedarf. Ahlen verfügt aufgrund seiner Siedlungsstruktur über viele große Grundstücke mit zusammenhängenden Grünbereichen im Blockinneren. Werden diese nach und nach bebaut, verändert das den Charakter ganzer Wohnquartiere dauerhaft. Solche Entscheidungen dürfen deshalb nicht der Verwaltung überlassen werden, sondern gehören in den Stadtplanungs- und Bauausschuss. Gleichzeitig müssen die unmittelbar betroffenen Nachbarn ein starkes Mitspracherecht erhalten.